The very little chinese

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Kinder, Kinder, Kinder. Da es hier so unglaublich viele gibt und mir einige, ich sag es jetzt mal so, ungewohnte Erziehungsmaßnahme aufgefallen sind, bekommen sie einen eigenen Post. Anfangen werde ich mit dem geräuschvollsten und zwar den Schuhen. Ja richtig gelesen, laute Schuhe. Kinder die hier gerade das Laufen erlernen tragen, Quietscheentchen Schuhe. Ich nenne sie so, weil sie wirklich bei jedem Schritt das Geräusch, dieser kleinen gelben Badewannenbegleiter, machen. Nun hab ich mich gefragt wieso erträgt man dieses Geräusch als Elternteil den ganzen Tag? Mich nervt es schon nach einer Minute. Eine Theorie ist, die Kinder sind durch diesen Special-Effekt-Sound so motiviert das Laufen zu lernen, dass sie gar nicht mehr damit aufhören wollen. Womit ich gleich zu einem weiteren Punkt komme. Das Fehlen von Kinderwägen. Es gibt hier keine, Kinder werden auf dem Arm oder gar auf einem der motorisierten Zweiräder von A nach B befördert. Wer den Verkehr hier kennt, weiß dass es besser ist nicht auf so ein Teil zu steigen. Also umso schneller sie laufen lernen, desto besser für den Rücken der Elter und die Lebensdauer des Kindes. Die zweite Theorie wäre, dass man sie nicht übersieht und womöglich überrennt. Bei 20 Millionen Menschen in dieser Stadt, eine durchaus berechtigte Angst.

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Die nächste Sache kann durchaus als die Ekligste bezeichnet werden: Das Weglassen von Windeln. Gut Windeln sind sicher nicht günstig, da ist es verständlich, dass man sein Kind schnell trocken bekommen will. Aber das man Windeln schon bei Babys, die noch nicht mal sprechen also nicht sagen können das sie mal müssen, weglässt, hinterlässt bei mir nur Fragezeichen. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass man vor dem Müsliregal, einer großen amerikanische Supermarktkette steht (an dieser Stelle möchte ich meine Tante in den USA grüßen, sie weiß warum) und eine Mutter einem Kind eine Obsttüte vorhält damit es reinpullern kann. Oder man steht gerade, nichts Böses ahnend, an der Kasse einer weltweiten spanischen Bekleidungskette und stellt plötzlich fest, dass sich da neben seinen Füßen ein See aus Pippi bildet.
Diese ganze Pippi nicht Windel Sache möchte ich euch nun noch etwas genauer beschreiben. Bei den Kinderhosen fehlt hier der Schritt. Das heißt man hat täglich freien Blick auf nackte Kinderpopos und nackte Frontansichten. Ich hab hier mal die harmloseste Variante, nur mit einem Schlitz im Schritt, hochgeladen (ich denke die kann ich auf meinem Blog verantworten). Normal ist da wirklich ein riesen Loch. So sieht man also überall Eltern die ihre Kinder über Dohlen, wahlweise auch Blumentöpfe vor Restaurants oder einfach mitten auf der Straße, zum Pippi machen in die Luft halten. Vielleicht sind die Kinder hier dadurch ja wirklich schneller trocken, dazu fehlt mir  eine Statistik. Doch leider scheuen sie sich dadurch aber auch nicht, selbst im fortgeschrittenen Alter die Hose runter zu lassen, um auf die Straße zu machen.

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Nun hätte ich noch etwas für die Kategorie kurios aber lustig. Bei der Ankunft in Hong Kong fiel uns eine Sache auf. An den Sicherheitskontrollen sind überall riesige Schilder, auf denen weißes Pulver abgebildet ist und dieses ist versehen mit einer Höchstmenge. Wir fragten uns was genau das soll und wieso man davon nur eine kleine Menge durch die Sicherheitszone bekommt. Wir fanden dann heraus, dass es sich um Formula, in Deutschland als Milchpulver für Babys bekannt, handelt. Später erfuhren wir dann warum das alles. Die Chinesen wollen, wie alle Eltern natürlich nur das Beste für ihre Kinder, leider gibt es in China sehr häufig Lebensmittelskandale die wohl selbst vor Milchpulver nicht Halt machen. Also will man natürlich auf Import-Produkte zurückgreifen. Diese sind hier in China aber wohl sehr teuer. Wer also das Glück hat, nah an der Grenze zu wohnen, fuhr bisher rüber und kaufte es in großen Mengen sehr viel günstiger in Hong Kong. Tja das ist wohl nicht im Sinne der chinesischen Wirtschaft und so wurde diese Höchstgrenze eingeführt. Wie immer wenn es ein Verbot oder eine Grenze für etwas gibt, tauchen natürlich Leute auf die diese umgehen wollen, um Geld damit zu verdienen. So gibt es jetzt tatsächlich einen großen Schwarzmarkt für Milchpulver und riesige Schmugglerbanden, die versuchen Milchpulver nach China zu schaffen. Wie hoch genau die Strafen sind, für die die beim Schmuggeln erwischt werden, weiß ich leider nicht.

Zu guter Letzt hätte ich hier noch einige Kleinigkeiten:  Schwimmflügel werden hier um den Hals getragen, lebende Schildkröten als Spielzeug verkauft und auf jedem größeren Platz kann man fahrende Tiere oder auch Panzer ausleihen, mit denen Kinder dann jeden über den Haufen fahren können, denn sie treffen 😉

Nach all den Geschichten bleibt mir noch eines zu sagen. Es ist trotz allem, schon recht niedlich wie die kleinen Zwerge einen mit ihren süßen Knopfaugen anschauen und ganz beeindruckt sind, weil sie noch nie in ihrem kurzen Leben ein nicht chinesisches Gesicht gesehen habe.

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